1920 von Dr. phil. Rudolf Steiner und Dr. med. Ita Wegman begründet, versteht sich Anthroposophische Medizin heute als ein integratives Medizinsystem: Sie gründet in der wissenschaftlichen Medizin der Gegenwart, richtet sich aber methodisch, diagnostisch und therapeutisch am ganzen Menschen aus und verbindet somit die Möglichkeiten der naturwissenschaftlichen Medizin mit den Kenntnissen der Anthroposophie über Geist, Seele und Leib des Menschen. Aus dem Zusammenwirken dieser verschiedenen Organisationsebenen erschließt sich dem anthroposophischen Mediziner das Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Neben den Verfahren der konventionellen, vorwiegend pathologisch orientierten Medizin wird ein salutogenetischer Ansatz verfolgt, der darauf zielt, die individuellen Selbstheilungskräfte zu stärken sowie die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung des Patienten zu unterstützen.
2003 in der Schweiz als eigenständige Stiftung gegründet, möchte die Förderstiftung Anthroposophische Medizin helfen, eine konsequent am Menschen orientierte Gesundheitskultur zu entwickeln und diese in der Zukunft allgemein verfügbar zu machen. Gemäß ihrem Stiftungszweck unterstützt sie dabei vor allem die weltweite Arbeit der Medizinischen Sektion und der mit ihr verbundenen Berufsgruppen. Dabei fördert sie Wissenschaft und Forschung, z.B. durch die Unterstützung von Publikationsprojekten, Bildung und Erziehung, z.B. durch die Hilfe beim Aufbau neuer therapeutischer Einrichtungen, sowie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Anthroposophische Medizin weiterzuentwickeln und ihre gesellschaftliche Wirksamkeit zu stärken. Darüber hinaus hilft sie bei der internationalen Netzwerkbildung innerhalb der anthroposophisch-medizinischen Bewegung und setzt sich für die rechtliche Sicherung von Methodenpluralismus und Therapiefreiheit im Interesse der Patienten ein.
Den Stiftungsrat (s. Abb.) bilden Dr. med. Michaela Glöckler (Kinderärztin), Georg Soldner (Kinderarzt) und Rolf Heine (Krankenpfleger).